Diesen Sommer ist etwas passiert, womit ich selbst so gar nicht gerechnet hatte. Ich habe ein Hobby wiederentdeckt, dass ich als Teenager hinter mir gelassen hatte. Oder wie man im Lernjargon sagen würden: einen Skill. Nach über 20 Jahren habe ich wieder einen Stift in die Hand genommen und gezeichnet. Die ist ein Newsletter über Fehler, Impulse und die Freude etwas einfach nur zum Spaß zu machen.
Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Mit 15 habe ich mit dem Storytelling angefangen. Damals habe ich kleine Romane für meine Freunde und mich geschrieben. 25 Jahre später bringe ich anderen bei, wie man mit Geschichten Wissen vermittelt und dabei Freude bereitet. Ich glaube, das Zeichnen läuft (hoffentlich) keine Gefahr, dass ich in 25 Jahren das zu meinem Beruf mache.
Ein leeres Notizbuch & ein Stift
Aus einer Laune heraus habe ich in meinen Koffer diesen Sommer ein fast leeres Notizbuch gepackt. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch gar nicht so genau, was ich damit machen wollte. Ich hatte nur das Gefühl, dass das digitale Tagebuch, dass ich die letzten Jahre geführt hatte mich nicht mehr glücklich machte. Ich arbeite so viel digital, ich wollte etwas Physisches, etwas, was man in der Hand halten und ohne ein technisches Endgerät zeigen konnte.
Und durch KI ist dieser Wunsch nach echtem Handwerk in mir noch mal viel größer geworden. Ich muss ehrlich sein: Ich kann die schnell mal mit Gemini oder anderen Bild-Modellen hingeschluderten Grafiken nicht mehr sehen. Dann zehnmal lieber eine schlechte Strichmännchenzeichnung mit allerlei perspektivischen Fehlern.
Die Freude am Fehler machen
Vor kurzem hatten wir bei den Content Queens die Frage, ob man eigentlich mehr daraus lernt, wenn man Fehler macht oder mehr wenn etwas richtig läuft. Wir sind zu Erkenntnis gekommen, dass beides wichtig ist, Fehler aber mehr im Gedächtnis bleiben. Der beste Umgang mit den eigenen Fehlern und Unzulänglichkeiten ist auf jeden Fall mit anderen darüber zu lachen.
Ein Beispiel dafür ist das Bild hier. Ich habe nicht genau genug geplant, wie das Bild aussehen wird, sondern einfach drauflos gemalt. Und viel zu spät gemerkt, dass die Bäume vorher mit ins Bild gemusst hätten.
Ich würde gerne sagen, es ist mir nicht noch mal passiert, aber das wäre gelogen.
Gemeinsame kreative Weiterentwicklung
Im August war ich mit einer Freundin unterwegs, die ein paar Jahre jünger ist als ich. Und sie war auf der Suche nach einem eigenen Notizbuch, denn sie wollte ein „Junk Book“ erstellen. Davon hatte ich tatsächlich noch nie gehört. Also habe ich es mir erklären lassen. Für ein Junkbook kann man das nutzen, was andere als „Müll“ bezeichnen würden. Tickets für Museen. Einen Abdruck der Kaffeetasse aus der man getrunken hat. Oder ein getrocknetes Blatt oder eine gepresste Blume. Alles, was die Erfahrung zu einem erinnerungswürdigen Ereignis gemacht hat.
Das hat mir so gut gefallen, dass ich jetzt auch andere Dinge integrieren als nur Zeichnungen. Ich würde es einfach als kreatives Tagebuch bezeichnen. Aber vielleicht gibt es ja einen Fachbegriff, den ich nicht kenne?
Lernfeld Mensch
Nach 20 Jahren ohne wirkliche Zeichenerfahrung war ich ehrlich gesagt überrascht wie einfach vieles nach ein paar Videos und Schritt-für-Schritt-Anleitungen doch schnell wieder ging. Besonders amüsant finde ich, dass mein Lernfeld auch nach 20 Jahren immer noch dasselbe ist. Gib mir Landschaften. Gib mir Architektur. Alles gar kein Problem. Aber sobald Menschen gezeichnet werden wollen, wird es richtig haarig. Falls jemand hier in der Community richtig gut darin ist: Ich freue mich über Tipps und Tricks!
Storyfunken des Monats: Vergangene Freuden
Manche Funken sind tief in unserer Vergangenheit begraben. So auch dieser. Geh diesen Monat auf die Suche nach einem Funken, den du längst vergessen hast.
Das Hobby, das du irgendwann abgelegt hast, und der Moment, in dem du zuletzt mit Freude daran gedacht hast
Das Lernfeld, das dich seit Jahren begleitet, egal wie viel Übung dazukommt
Die Geschichte, die dich oder deine berufliche Laufbahn geprägt hat ganz früh in deinem Leben
Erzähle deine Geschichte entlang dieser 3 Fragen: Wo hast du angefangen? Was ist schiefgegangen oder hat sich verändert? Wo stehst du heute?
Wenn du magst, schreib mir gerne eine Mail oder veröffentliche deine Story auf LinkedIn mit dem Hashtag #storyfunken und verlinke mich.
