Basel, 2025, ich stehe keiner geringeren Kreatur als dem dreiköpfigen Hund Kerberos gegenüber. Wird es mir gelingen ihn wie Herkules aus dem Hades zu schleifen? Das Antikemuseum in Basel geht neue Wege im Ausstellungsdesign.
Schauen wir doch einmal in das Lernerlebnisdesign der Hero Games: In der als Spiel gestalteten interaktiven Ausstellung zum Heldentum in der Antike, bin ich selbst die Heldin.
Das Lernerlebnisdesign startet mit dem übertreten der Schwelle: Nach der Wahl der Sprache Deutsch, Englisch und Französisch über einen Near Field Chip steht man keiner geringeren gegenüber als Athena. Die Göttin der Weisheit und der Kriegskunst ist die ideale Begleiterin für die sieben Herausforderungen.
Mitten im Abenteuer
In den Quests werden durch den NF Chip automatisch die Audios in den Räumen zur Erklärung der Quest ausgelöst hat. Einchecken für die jeweilige Herausforderung konnte man, indem man diesen Chip an einen designierten Punkt hält. (Und wenn man zu ungeduldig war, hat einem Athena erklärt das grade jemand anderes diese Herausforderung noch bestreitet.)
Sieben Herausforderungen aus den Mythen des Altertums gibt es zu bestreiten: Von den Rätseln der Sphinx, bis zum Zaubertrankkochen mit Medea. Am Ende habe ich mir meinen eigenen Heldenstatus erspielt.
Der spielerische Teil wird durch den Museumspart ergänzt. Jeder Herausforderungsraum bietet 3 Ausstellungsstücke aus der Antike, die sich mit dem jeweiligen Mythos beschäftigen. Das verkürzt die doch manchmal beachtliche Wartezeit, bis man eine Challenge bestreiten darf. Gelangweilt haben wir uns aber trotzdem nie. Der Engagement Teil des Lerndesigns war also genau richtig.
Am Ende der Ausstellung stehe ich als Heldin vor dem Orakel von Delphi, das mir verkündet, wie ich mich geschlagen habe. Auf dem heroischen Höhepunkt übertritt man nun die Schwelle aus dem Erlebnis heraus. Bänke laden dazu ein zu verweilen und in antiken Mythen zu blättern. Nach dem Heldentum, kommt die wohlverdiente Pause. Ein schöner Abschluss.
Lernerlebnisdesign auf dem Prüfstand
Und damit kommen wir auch schon dazu, was mir gut gefallen hat, und wo noch Luft nach oben ist:
Gut war:
- Das Storytelling über den Audioguide: Keine geringere als Athena begleitet einen durch das Abenteuer
- Kurzweilige Herausforderungen: Die meisten Herausforderungen waren zeitlich sehr kurzweilig und schnell zu erledigen, damit sich keine allzu langen Schlangen überall bilden.
- Technologie im Griff: Alle Screens, Chips und Props haben tatsächlich einwandfrei funktioniert. Man musste nichts zwei Mal drücken oder unnötig warten.
- Geschichten, die Geschichte vermitteln: Ihr wisst es, Geschichten, die Wissen vermitteln ist mein Ding. Das ist hier exzellent gelungen mit einer kurzweiligen Mischung aus Erlernbarkeit und passenden Zusatzangeboten.
Verbesserungsfähig:
- Gruppenfähigkeit: Jede*r musste die Challenges einzeln machen. Die Ausstellung ist aber explizit an Familien und Gruppen gerichtet. Das führt zu Wartezeiten. Beim nächsten Mal könnte man überlegen, die Gruppen gemeinsam Abenteuer bestehen können. Siehe Escape Rooms
- Mühsames Puzzle: Die einzige Herausforderung die mir nicht gefallen hat, war das „Zeichnen“ des trojanischen Pferds. Hier hieß es ich mache den Plan dafür, in Wirklichkeit musste ich das aber zusammenpuzzeln. Das war mühsam und hat nicht ganz zur Story gepasst.
Das Kompliment das vom Orakel von Delphi bekommen habe, kann ich nur an die Ausstellungsmacher*innen zurückgeben:
„Der Mut ist dein hohes Gut, dank ihm du immer aufrecht stehst, und nicht die Feigheit je verehrst.“
Hero Games ist ein mutiges Konzept, das wundervoll umgesetzt wurde. Ein Spaß für Groß und Klein, eingebetet in einem Begleitprogramm für alle von 9-99.
Wer es bis März 2026 nach Basel schafft, kann es selbst ausprobieren. Ich bin gespannt, was ihr darüber zu sagen habt.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst.
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