Als ich diesen Sommer Stockholm besuchte, war meine Neugier sofort geweckt: Die Ausstellung „Nordic Life“ im Nordiska Museet hatte gerade den schwedischen Museumspreis gewonnen. Was machte diese Ausstellung so besonders? Die Antwort liegt in den immersiven Elementen, die Besucher von passiven Betrachtern zu aktiven Teilnehmer*innen an der nordischen Lebenswelt machen.
Was macht eine Ausstellung zum immersiven Lernerlebnis?
Immersive Elemente in Ausstellungen gehen weit über herkömmliche Vitrinen hinaus: Sie schaffen multisensorische Erfahrungen, die mehrere Sinne gleichzeitig ansprechen – vom Sehen und Hören bis zum Fühlen und manchmal sogar Riechen. Besucher schauen sich eine Ausstellung nicht mehr nur an, sie sind aktiver Teil davon und können entscheiden, wie tief sie eintauchen.
Warum setzen Museen zunehmend auf Immersion? Diese Lernerlebnisse erhöhen die Aufmerksamkeit, emotionale Bindung zu komplexen Themen und nachhaltigeres Lernen. Besonders jüngere Zielgruppen erwarten heute partizipative Formate, aber soweit ich das beobachten konnte, macht die Geschichte zum Anfassen allen Spaß.
„The Arctic – While the Ice Is Melting“ – eindrücklicher Appell
Die Arktis-Ausstellung in der imposanten Eingangshalle empfing uns spektakulär: Man betritt sie durch einen Spalt im „ewigen Eis“. Diese räumliche Erfahrung wird durch audiovisuelle Elemente verstärkt – etwa einen eindringlichen Countdown bis zum Aussterben bestimmter Arten, wie der Eisbären. Die Ausstellung integriert zudem mehrere Dokumentarfilme aus verschiedenen Arktisregionen und lässt Besucher*innen Weltuntergangssagen verschiedener Kulturen erleben. So wird das komplexe Thema Klimawandel mit all ihren hochemotionalen Facetten vom Leben früher bis zur schwindenden Lebensgrundlage für Mensch und Tier zugänglich.
Besonders nachhaltig wirkt bei mir das partizipative Element am Ende der Ausstellung nach: Besucher können ein persönliches Klimaversprechen an ihr zukünftiges Ich abgeben. Zehntausende Menschen haben diese Wahl bereits getroffen – ein messbarer Erfolg der immersiven Gestaltung.
„Nordic Life“ – Preisgekrönte Zeitreise
Die ausgezeichnete „Nordic Life“-Ausstellung führt durch 500 Jahre nordische Geschichte – strukturiert entlang der vier Jahreszeiten. Im Winter-Raum ist es tatsächlich kalt, Schneeflocken fallen von der Decke. Im Sommer ist alles grün und der Raum fühlt sich fast lebendig an. Charmant gelöst ist die interaktive Zeitung auf einem Tisch der 1900er, in der man unter anderem Jenny Lind, die schwedische Nachtigall, singen hören kann. (Und nein, sie war nicht in P.T. Barnum verliebt.)
Mein persönliches Highlight: Ein Glücksrad in der Mitte der Ausstellung, mit dem man einen historischen Charakter wählt. Diesem folgt man dann durch die wachsende Stadt Stockholm, erlebt Pest und Feuer, gestaltet den Alltag mit. Leider war diese technisch anspruchsvolle Idee etwas „glitchy“ und warf uns vor Ende der Story raus – ein Reminder, wie wichtig stabile technische Infrastrukturen sind.
Die Erfolge für diese Ausstellung mit Fokus auf immersive Lernerlebnisse sind messbar: „Nordic Life“ gewann den schwedischen Museumspreis 2024 und gilt als „größte Ausstellungsinitiative“ in der 150-jährigen Geschichte des Nordiska Museums. Das Swedish Radio schwärmt: „Die schönste Ausstellung, die ich in Schweden gesehen habe.“
Die Zukunft sind immersive Lernerlebnisse – wenn sie klug geplant ist
Immersion wird zum Standard moderner Ausstellungsgestaltung. Doch die Mischung macht es am Ende interessant und auf Dauer praktikabel:
- Storytelling vor Technik: Emotionale Zugänglichkeit schlägt technische Raffinesse
- Stabile Basis: Backup-Pläne für technische Ausfälle sind unverzichtbar
- Klein anfangen: Nicht jede Ausstellung muss vollständig immersiv sein
- Partizipation: Aktive Teilnahme schafft nachhaltige Erinnerungen
- Barrierefreiheit: Verschiedene Zugänge für unterschiedliche Bedürfnisse mitdenken
Immersive Museumsausstellungen zeigen eindrucksvoll: Wenn Besucher*innen Geschichte anfassen können, entstehen Erfahrungen, die lange nachwirken. Das Nordiska Museum Stockholm macht vor, wie aus Wissensvermittlung echte Lernerlebnisse werden – preisgekrönt und nachhaltig wirksam.
Lust auf mehr Storytelling-Inspiration? Auf meinem Blog teile ich regelmäßig Erkenntnisse aus der Welt des immersiven Entertainments und Lernens und zeige, wie sich diese übertragen lassen.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst.
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